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Mikroalgen – Ein Energieträger
der Zukunft?
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Im Rahmen der Club Niederösterreich Gespräche wurden ein Pressegespräch, eine Vortragsveranstaltung im Festsaal sowie ein runder Tisch im Sitzungssaal der Landwirtschaftskammer Österreich zum Thema „Mikroalgen – ein Energieträger der Zukunft?“ veranstaltet. Erstmalig in Österreich wurde dieses Thema aufgegriffen und mit Prof. Dr. Dr. h. c. Otto Pulz von der IGV – Institut für Getreideverarbeitung GmbH, Präsident der Europäischen Gesellschaft für Mikroalgen Biotechnologie, und Dipl.-Ing. Dr. Heike Frühwirth von Biodiesel International Graz waren zwei namhafte ExpertInnen zu Gast.
Professor Pulz berichtete über die weltweiten Entwicklungen der Algenzucht sowie der Mikroalgenzucht. Waren in den ersten Jahrzehnten neben den Ernteversuchen in offenen marinen Gewässern vor allem Pond-Zuchtbecken im Einsatz, so haben sich in den letzten Jahren die geschlossenen Zuchtformen, vorwiegend Röhrensysteme, für die Züchtung hochwertiger und auch hochreiner Algenprodukte für den pharmazeutischen Sektor und für Nahrungsergänzungsmittel durchgesetzt.
Seit einigen Jahren wird weltweit auch intensiv an der Entwicklung von Mikroalgensystemen für den Rohstoff- und den Energiesektor geforscht. Frau Dr. Frühwirth berichtete von den dreijährigen Versuchs- und Forschungsarbeiten zur Biodieselgewinnung aus Mikroalgen. Den Zeithorizont für die Umsetzung des Gesamtkonzepts im industriellen Maßstab gibt sie mit rund drei Jahren an.
Ziel der neuen Entwicklungen im Bereich Mikroalgentechnologie ist es, natürlich vorkommende Mikroalgen in modernen, einfachen Fotobioreaktoren, zu einer möglichst hohen Fotosyntheseleistung zu bringen und dabei alle benötigten Nährstoffe in einer möglichst geschlossenen Kreislaufwirtschaft wieder zu verwenden. Und die Antriebsleistung für diesen Produktionsprozess kommt von der Sonnenenergie.
Neben der möglichen Nutzung der Mikroalgen als partielle Kohlendioxidsenke für Kraftwerke wird auch eine Verwendung der Algen zur Beseitigung oder Umwandlung von Reststoffen aus Abfällen (z. B. zur Fixierung von Schwermetallen) diskutiert. Dabei muss aber klar sein, dass es sich hier nur um eine Problemverschiebung und nicht um eine Problemlösung handelt.
Vor dem Hintergrund der gestiegenen Erdölpreise und der zunehmende Brisanz der Klimaänderungsfolgen wird deutlich, wie dringlich es ist, die Entwicklung solcher nachhaltiger Produktionsverfahren für Energierohstoffe zu fördern. Der Weltmarkt für den zukünftigen Anlagenbau ist gigantisch und die Interessen der österreichischen und europäischen im Anlagenbau tätigen Unternehmen müssen sich daher auf diesen neuen, zukunftsweisenden Weltmarkt richten.
Aus diesem Grund wurde bei den Club Niederösterreich Gesprächen die Aufforderung an die Österreichische Bundesregierung aber auch an die Europäische Kommission formuliert, die Entwicklung der Mikroalgentechnologie zu einem Schwerpunkt der Energie- und Umweltforschung sowie der Technologieentwicklung zu machen.
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